Klage wegen Spukhaus – Geschichten um Geistersichtungen Teil 3

Klage wegen Spukhaus – Geschichten um Geistersichtungen Teil 3

Im heutigen Beitrag geht es um zwei bizarre Gerichtsfälle, in denen der Verkäufer eines Haus verklagt wurde, weil es in dem Haus angeblich spukt

Lowes Cottage

Im Jahre 1994 zogen das englische Ehepaar Andrew und Josie Smith zusammen mit ihren 3 Kindern in das Lowes Cottage. Bei dem Cottage handelte es sich um ein Jahrhunderte altes Sandsteingebäude im Dorf Upper Mayfield. Die Smiths hatten das Haus von den beiden Schwestern Susan Melbourne und Sandra Podmore gekauft. Jedoch entdeckten die Smiths nach eigenen Angaben schnell, dass das Cottage verflucht war. Gegenstände im Haus bewegten sich von allein und geisterhafte Gestalten erschienen. Einmal behaupete Josie gar, dass ein unsichtbarer Geist versucht hatte, sie zu vergewaltigen und zu würgen, während sie sich im Bett befand. Außerdem erfuhren die Smiths von einer lokalen Legende um ein junges Milchmädchen, die in dem Cottage gelebt hatte, bevor sie vergewaltigt und ermordet wurde.

Die Familie entschied aufgrund dieser unheimlichen Erkenntnisse und der bizarren Phänomene, aus dem Haus zu fliehen. Doch die Vorbesitzerinnen verklagten die Familie auf 3000 Pfund, die letzte Rate ihrer Anzahlung auf das Haus. Als Anwort darauf reichten die Smiths eine Gegenklage gegen die beiden Schwestern ein, weil sie es versäumt hatten, den Smiths zu sagen, dass es im Cottage spukt. Die Schwestern hatten nie zuvor irgendwelche paranormalen Aktivitäten im Haus bemerkt und hielten die Behauptungen der Smiths für erfunden, um sich vor der geschuldeten Zahlung zu drücken. Der Fall wurde vor dem Amtsgericht Derby im Jahre 1999 verhandelt. Die Smiths versuchten, ihre weit hergeholte Geschichte glaubhaft rüberzubringen. Selbst ein Priester namens Reverend Peter Mockford war ins Cottage gebeten worden, um das Anwesen zu segnen. Er sagte vor Gericht aus, dass er einen Spuk im Haus für möglich erachte. Doch trotz dieser Zeugenaussage glaubte der Richter den Smiths nicht und entschied zugunsten der beiden Schwestern. Die Smiths mussten die 3000 Pfund zahlen.

Anders ging es im nächsten Fall aus, da wurde das Haus von Gerichtswegen zum Spukhaus erklärt.

Der Fall Stambovsky gegen Ackley

Es ist sehr selten, dass bei Gerichtsverfahren, in denen es um sogenannte „Haunted Houses“ (Spukhäuser) geht, ein gerichtlicher Erfolg eintritt. Doch der Fall Stambovsky gegen Ackley ist eine sonderbare Ausnahme. Im Jahre 1989 kaufte Jeffrey Stambovsky ein Haus in Nyack, New York, welches zuvor von Helen Ackley und ihrer Familie bewohnt worden war. Doch erst nachdem Stambovsky mit seiner Frau eingezogen war, erfuhr er, dass das Haus einen sehr schlechten Ruf erlangt hatte, da es dort angeblich spuke. Jahre lang hatte Ackley behauptet, dass ihr Haus von Geistern bewohnt sei und ihre Geschichte sogar an Reader’s Digest und andere Medien verkauft. Das Problem war nur, dass weder Ackley noch ihr Makler sich die Mühe machten, diese Information an Hernn Stambovsky weiterzugeben, als er die Immobilie kaufte.

Obwohl Mr. Stambovsky nie ein Gespenst zu Gesicht bekam und auch nicht an Geister glaubte, war seine Frau trotzdem entsetzt von dem Gedanken, in einem Spukhaus leben zu müssen. Also entschied er sich, Mrs. Ackley und ihren Immobilienmakler wegen irrtümlicher Darstellung zu verklagen, um somit aus seinem Kaufvertrag herausgelassen zu werden. Er verlor daraufhin seine Klage in der Vorinstanz. Doch nach einer erfolgreichen Berufung wurde Stambovskys Fall vor dem Berufungsgericht des New York Supreme Court (Oberstes Bundesgericht) im Jahre 1991 angehört. Und ob sie es nun glauben oder nicht, das Gericht entschied zugunsten Stambovskys. Er durfte aus seinem Vertrag heraus und seine Anzahlung auf das Haus bekam er zurück. Das Urteil wurde damit begründet, dass Ackley damals öffentlich damit geworben hatte, dass ihr Haus von Gespenstern heimgesucht sei und sie daraus Profit geschlagen hatte. Damit war sie verpflichtet, diese Tatsache potentiellen Käufern mitzuteilen. Oder in den Worten einer der Richter: „Von Rechts wegen ist dieses Haus ein Spukhaus.“
Unglaublich aber wahr.

Lies beim nächsten Mal über einen Geist namens „The Gray Man“, der Menschen vor großen Stürmen warnt.

Was denkst du, hat es in einem oder beiden der Häuser tatsächlich gespukt? Wie hättest du als Richter entschieden?

 

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