Trampende Mönche und Irre auf dem Autodach - Urbane Legenden aus der ganzen Welt, Teil 4

Trampende Mönche und Irre auf dem Autodach - Urbane Legenden aus der ganzen Welt, Teil 4

Mit diesem Teil neigt sich unsere kleine Reihe über urbane Legenden aus der ganzen Welt dem Ende zu. Viel Spaß beim Lesen und Vorlese

Lebendig begraben

Wie nicht unüblich, erzählten sich fünf Mädchen, die zusammen auf dem gleichen College waren, nachts ab und zu Gruselgeschichten. Auch an jenem Tag war einmal wieder die Stimmung für eine solche Geschichte bereit und die eine begann zu erzählen. Sie erzählte, dass ein Mann auf dem Friedhof lebendig begraben wurde, sie wisse das, weil sie abends öfter die Abkürzung über den Friedhof nehme und dabei stets scharrende und kratzende Geräusche vernimmt.

Die anderen glaubten ihr natürlich nicht, wie auch anders, und um ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen, wurde eine Mutprobe initiiert. Sie gingen also in dieser Nacht noch zum Friedhof. Die Geschichtenerzählerin sollte sich einen Ast schnappen, zum Grab gehen und zum Beweis diesen in die feuchte Erde stecken und wieder mitbringen. Sie, gar nicht feige, ging los und tat wie ihr befohlen, während die anderen vier vor dem Friedhof auf ihre Rückkehr warteten.

Nun waren zwei Stunden vergangen, ohne dass das Mädchen zurückgekommen war. Sie redeten sich gegenseitig ein, dass sie wohl den anderen Ausgang nahm, bereits im Bett liegen würde und ihnen nur einen Schrecken einjagen will. So überredet, gingen auch die anderen Mädchen nach Hause und legten sich schlafen.

Am nächsten Morgen wollten sie das Mädchen zur Rede stellen, doch als sie bei ihr Zuhause ankamen, trafen sie dort nur ihre verwunderte Mutter vor, die ihre Tochter seit dem Vortag nicht gesehen hatte. Voller Angst und Schrecken stürmten die Mädchen zum Friedhof, wo bereits die Polizei und ein Krankenwagen vorgefahren waren. Am Grab des alten Mannes fand man einen Stock, das Mädchen lag tot daneben. Nach offiziellen Angaben soll sie einen Schock erlitten haben und dabei an einem Herzinfarkt gestorben sein…

Die Clown-Statue

Es ergab sich vor nicht allzu langer Zeit die recht alltägliche Geschichte, in der ein Ehepaar, um mal wieder etwas Zeit für sich zu haben, einen Babysitter anheuerte, welcher auf die Kinder aufpassen sollte. Gesagt, getan, wurde ein solcher gefunden, eingeladen und im Voraus bezahlt. Kaum aus dem Haus fällt der Mutter auf, dass sie – für Notfälle – vergessen hatte, ihre Handynummer zu hinterlegen, weswegen sie den Babysitter nochmals kontaktierte.

So geschehen wurden noch mehrere Absprachen getroffen, wobei die Babysitterin eben fragte, ob sie etwas Fernsehen dürfe und dabei den TV im elterlichen Schlafzimmer nutzen kann, da dort das einzige Gerät mit Satellitenempfang steht. Die Eltern hatten natürlich kein Problem damit und machten sich auf, einen schönen Abend zu verleben. Nichts ahnend klingelte abermals das Telefon, die Babysitterin rief an. Sie habe nur noch eine kleine Frage, meinte sie, und zwar ob sie die Clown-Statue im Schlafzimmer abdecken dürfe, sie würde ihr nämlich Angst machen.

Panisch antwortete die Mutter, dass sie schnellst möglich das Haus verlassen sollten, sie haben nämlich keine Clown-Statue

Der trampende Mönch

Die urbane Legende, von der ich letztens gehört habe, handelt von einem Mönch, der am Straßenrand um eine Mitfahrgelegenheit bittet. Vorgefallen sein soll jene Begebenheit 1982 im französischen Vendée, unweit von Nantes.

Aus verschiedenen Augenzeugen geht dabei hervor, dass am Straßenrad nachts ein Mönch wartet, der gerne mitgenommen werden möchte. Die Autos halten, der Mönch steigt hinten ein und verhält sich ruhig. Eine Konversation kommt nicht zustande, und die Annahme, dass er ein Schweigegelübde abgelegt hat, liegt nahe. Doch dann sagt er immer dieselben Worte, die prophezeiungsgleich daherkommen: „Wir bekommen einen heißen Sommer und einen blutigen Herbst.“

Die Fahrer möchten darauf reagieren, nachfragen oder antworten, drehen sich um, doch der Mönch ist verschwunden. Aus dem fahrenden Auto, ohne dass eine Tür geöffnet wurde oder ein anderes Indiz auf sein Verschwinden hinweisen könnte. Gemeinsam haben alle Augenzeugen, dass sie unmittelbar darauf den nächsten Gendarmerie-Posten aufsuchten, um ihre Aussage zu Protokoll zu geben. Was sie als Antwort bekamen beruhigte sie jedoch keinesfalls, denn sie erfuhren immer, dass sie nicht die einzigen waren, denen diese Geschichte passierte…

Der leere Tank

Noch vor nicht allzu langer Zeit soll sich diese urbane Legende in der Nähe von Aachen zugetragen haben. Das junge Ehepaar Jan und Marie war auf dem Weg zu einem befreundeten Pärchen, um einen, wenn auch kitschigen, Spieleabend zu veranstalten. Woran nicht gedacht wurde, war nun rechtzeitig vor der Fahrt noch zu Tanken und so ereignete sich das Unglück, dass inmitten des Waldes, der zunächst als Abkürzung gedacht war, das Auto stehen blieb.

Da Marie wie so üblich hochhackige Schuhe trug, lief Jan alleine los, um Benzin zu besorgen, während sie alleine im Auto auf seine Rückkehr wartete. Der ländlichen Gegend geschuldet dauerte dies länger als Marie eigentlich vorhatte zu warten, steckte sich also ihren iPod in die Ohren und hörte Musik. Sie bemerkte, dass sie wohl eingeschlafen sein musste, als sie von einem rhythmischen TOK TOK TOK geweckt wurde. Von der Angst gepackt, schloss sie in Windeseile alle Türen und wartete, ob dieses Geräusch sich wiederholen würde, doch zunächst vernahm sie nichts. Da war es wieder. TOK TOK TOK. Sie konnte es nicht zuordnen. War es irgendein Waldtier, das sich an ihrem Auto zu schaffen machte? Sie wusste es nicht und war auch zu verängstigt, dies herauszufinden.

Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie schon extrem lang wartetet, woraufhin sie versuchte, Jan auf seinem Handy anzurufen. Er ging jedoch nicht ran. Dann versuchte sie den Pannendienst zu erreichen – erfolgreich. „Wieso war Jan nicht auf diese Idee gekommen?“, dachte sie sich, „dann wären wir schon lange aus diesem Wald draußen“. TOK TOK TOK. Wieder dieses Geräusch und wieder fuhr es ihr durch den ganzen Körper.

Eine weitere Weile später vernahm sie eine Gestalt neben ihrem Fenster, die ihr aus gewisser Entfernung zu verstehen gab, das Fenster herunter zu lassen. Da Marie den Pannendienst erwartete, tat sie das. „Steigen Sie aus und rennen Sie schnell zu mir herüber, aber drehen Sie sich keinesfalls um!“ flüsterte er gerade laut genug, um es zu verstehen. Sie tat, wie der Mann ihr antrug, doch auf der Hälfte des Weges war es wieder da, das TOK TOK TOK. Die Neugier durchfuhr sie und sie drehte sich um. Das Letzte was sie gesehen haben soll, war ein Irrer auf dem Dach ihres Kleinwagens, der den Kopf ihres frisch Vermählten in den Händen hielt.

Nach diesem letzten Teil über urbane Legenden hoffen wir, dass du dich gut gegruselt hast! Erzähle diese Geschichten zum Beispiel bei einer Halloween-Party im Dunkeln weiter!

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