Hakenmänner und die Bloody Mary - Urbane Legenden aus der ganzen Welt, Teil 2

Hakenmänner und die Bloody Mary - Urbane Legenden aus der ganzen Welt, Teil 2

In diesem Beitrag geht es weiter mit urbanen Legenden aus der ganzen Welt. In dieser Ausgabe sind wir in Nordamerika und Südafrika.

Der Tod der Mitbewohnerin

Heute berichten wir von einer urbanen Legende, die an vielen Colleges und Universitäten in Amerika erzählt wird – „Der Tod der Mitbewohnerin“.

Sarah und Megan bewohnten zusammen ein Apartment in einem Studentenwohnheim. Sarah war eher der theatralische Typ und liebte das Schauspielen. Sie spielte in allen Theaterstücken der Stadt mit. Megan war mehr der Typ Bücherwurm und sie bevorzugte es, zu lesen und für ihr Studium zu lernen.

Nun spielte Sarah die Hauptrolle in einem großen Theaterstück namens „Oh, Susannah“ und nutzte jede Gelegenheit, dafür im Park zu üben. Jedes Mal, wenn sie Meg darum bat, doch mitzukommen, wollte diese lieber im Wohnheim bleiben und lesen.

An einem Samstagabend war Sarah der Hit des Abends und wurde nach dem Stück von Fans aufgehalten, weshalb sie sehr spät in die gemeinsame Wohnung zurückkam. Als sie hereinkam, hörte sie den Schaukelstuhl ihrer Mitbewohnerin Megan in der Ecke quietschen, doch konnte ihn nicht sehen, da nicht alle Lichter an waren. Sarah dachte, dass Megan auf sie gewartet hatte. Nachdem sie ihre Sachen weggepackt hatte, kam sie zurück ins Wohnzimmer.

Aus der Ecke ertönte nun eine Stimme. Sie klang eher heiser, doch das war es nicht, was Sarah aufregte.Kostüm Horrorklinik

„Oh, Susannah, don’t you cry for me…“, sang die Stimme.

„Hör auf mit dem Mist, Megan!“, sagte Sarah.

„Oh, Susannah, don’t you cry for me…“, wiederholte die Stimme.

„Hör auf, Meg. Ich meine es ernst!“, antwortete Sarah.

„Oh, Susannah, don’t you cry for me…“, kam es wieder aus der dunklen Ecke des Zimmers.

„Schluss jetzt!“, schrie Sarah, als sie das Zimmerlicht anschaltete.

Der entsetzliche Anblick ließ sie vor Schreck erstarren. Der Körper ihrer Mitbewohnerin befand sich im Schaukelstuhl, doch ihr Kopf nicht! Er war mithilfe eines Fleischermessers an der Wand befestigt. Hinter dem Schaukelstuhl konnte sie Lachen vernehmen – irres Lachen.

„Wer ist da? Wer sind Sie?“, rief Sarah.

Hinter dem Schaukelstuhl sprang ein Mann hervor, von dem man später herausfand, dass es sich um den Schlächter handelte, der zuvor aus der Irrenanstalt ausgebrochen war. Die ganze Zeit, als er Sarah aufschlitzte sang er immer wieder „Oh, Susannah, don’t you cry for me… I come from Alabama with a banjo on my knee.“

Als er Sarahs Kopf neben den ihrer Mitbewohnerin an der Wand befestigte, schrie er „Now, Susannah, don’t you cry for me!“

Bloody Mary

Was ist dran an der Legende um die blutrünstige Maria? Gab es sie wirklich, kann man sie herbeirufen und ist wird sie ihrem Ruf gerecht? Diesen Fragen stelle ich mich bei der heutigen Ausgabe von „Urbane Legenden“.

Die Basis der Legende wird durch die Beschwörung der Bloody Mary gebildet, die einfacher kaum sein könnte. Hierfür stellt man sich bei Nacht in das Badezimmer, zündet ein paar Kerzen an und stellt sich vor den Badezimmerspiegel. Sind die Voraussetzungen geschaffen, blickt man in den Spiegel und sagt drei (bei manchen Überlieferungen auch 30) Mal „Bloody Mary“. Kurz darauf erscheint anstelle des eigenen Spiegelbildes das einer alten, vom Leben gezeichneten Frau. Dies ist, was alle Geschichten gemein haben. Je nachdem, welcher man Glauben schenken mag, kann man der alten Dame nach ihrem Erscheinen Fragen stellen, welche diese beantwortet – doch soll man sich in Acht nehmen! Eigennützige Fragen werden von Bloody Mary bestraft! Glaubt man anderen Überlieferungen, besitzt sie die Fähigkeit, den Spiegel zu verlassen und/oder den Beschwörer in den Wahnsinn zu treiben, so dass dieser sich selbst hinrichtet. Gefährlich wird der Akt, wenn man nach dem Rufen der Bloody Mary diese nicht dazu auffordert wieder zu verschwinden, doch leider existieren für diesen Vorfall keinerlei Augenzeugen…

Doch wer war Bloody Mary? Hier scheiden sich die Geister. Die einen meinen, dass es sich bei der alten Frau um Maria Tudor handelt, die Halbschwester der ehemaligen Königin von England. Den Beinamen bekam jene durch die Hinrichtung mehrerer hundert Protestanten aufgrund religiöser Differenzen. Andere halten an der Erzählung fest, Mary sei eine Hexe gewesen, hunderte Jahre zuvor, welche ihren Tod auf dem Scheiterhaufen fand, wobei sich ihre Seele in einen Spiegel rettete, um sich von dort aus an ihren Peinigern zu rächen…

Das PentagrammHorrorklinik Deko

Das Pentagramm oder auch Drudenfuß genannt ist ein Bannzeichen gegen alles Böse. Im allgemeinen Glauben wird es oft missverständlich als Zeichen des Satans verstanden, zu beachten ist hierbei jedoch, dass es das Übel erst verkörpert, wenn man die Spitze des Pentagramms auf den Kopf dreht. Möchte man sich also schützen, sollte man unbedingt darauf achten, die einzelne Zacke nach oben zu richten. Zur Bedeutung der Ecken ist zu sagen, dass die, welche sich gegenüberliegenden, die vier Elemente verkörpern und die oberste den Geist als Übernatürliches symbolisiert.

Seit den Anfängen der Hexerei ist dieses Symbol im Gebrauch. Welchen Ursprung es hat, ist dabei nicht gewiss, außer dessen Stärke. Wird es nicht als Schutzsymbol verwendet, lassen sich mit Hilfe dessen auch Beschwörungen durchführen, wobei ich aus persönlicher Erfahrung davon abraten würde, wenn die nötige Erfahrung fehlt!

Das verfluchte Bett

In Südafrika begab es sich vor nicht allzu langer Zeit, dass in einem Krankenhausbett eines Freitagmorgens ein Mann starb. An sich nicht ungewöhnlich, betrachtet man zudem die Tatsache, dass sich besagtes Bett und besagter Mann auf der Intensivstation befanden. Da es wie ein „Routinetod“ schien, gab es keine anschließende Obduktion und man fuhr mit dem Krankenhausalltag fort. Doch geschah es, das am nächsten Freitag wieder ein Mann in diesem Bett starb und am darauf folgenden Freitag wieder. Erst als der vierte Mann in Folge genau am selben Ort und selben Wochentag dort sein Leben gelassen hat, begann man diesen Vorfall zu untersuchen.

Im teilweise abergläubisch geprägten Südafrika machte sich das Gerücht breit, das Bett sei verflucht, alle Geräte und Einstellungen wurden ja schließlich überprüft und funktionierten fehlerfrei. Aufgeklärt wurde der Vorfall erst, als man eine erfahrene Krankenschwester dieses Bett samt Patienten „bewachen“ ließ.

Auch so kam nach Donnerstag wieder ein Freitag und die Situation spitzte sich zu. Die Tür ging auf und die Putzfrau betrat den Raum, zog den Staubsauger hinter sich her und zog den Stecker der lebenserhaltenden Geräte aus der Wand, um ihr Putzgerät anzuschließen. Die Krankenschwester konnte den um den Tod ringenden Patienten gerade noch retten, die Putzfrau hingegen wurde entlassen…

Der HakenmannKostüm Horrorklinik

Mit recht jungen Wurzeln handelt es sich bei der Legende um den Hakenmann um eine Geschichte, die ihren Ursprung in den USA der 50er Jahre hat. Die erste Überlieferung stammt von einem jungen Pärchen, welches zum Zwecke der Zweisamkeit in eine entlegene Gegend fuhr. In Panik geraten durch Kratzgeräusche an der Karosse ihres Wagens ergriffen diese die Flucht, wobei sie am nächsten Tag einen metallenen Haken am Dach des Autos fanden.

Die Identität des Hakenmannes ist hierbei ungeklärt, doch gehen Vermutungen davon aus, dass es sich bei diesem um einen entflohenen Häftling handelt, der um diese Zeit aus einem Gefängnis für psychisch Kranke entflohen ist und seither sein Unwesen treibt. Treffend ist hierbei der Fakt, dass sich anstelle seiner rechten Hand ein Haken befindet. Dies geht darauf zurück, dass er sich jene Hand abhackte, um sich von seinen, die Flucht behindernden, Handschellen zu lösen.

Wieso dieser noch heute „Spuken“ soll beziehungsweise woher seine Unsterblichkeit kommt ist nicht geklärt, doch überliefern auch junge Erzählungen noch heute dessen Existenz.

Im nächsten Teil geht es mit vier weiteren urbanen Legenden weiter!

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